Als sich die Spieler des FC Bayern am Sonntagmittag auf die Reise zu
ihren vorweihnachtlichen Fanklubbesuchen machten, hatten sie neben
diversen Geschenken - darunter auch ein von der ganzen Mannschaft
signiertes Trikot - auch jede Menge gute Laune im Gepäck. Kein Wunder.
Dank eines klaren 4:1 (1:0)-Erfolgs am Vortag im Heimspiel gegen Werder
Bremen holte sich der Rekordmeister nach einwöchiger Unterbrechung die
Tabellenführung in der Bundesliga zurück.
„Am liebsten steht man immer ganz oben“, freute sich Kapitän Philipp
Lahm nach den beiden Niederlagen gegen Dortmund und Mainz über den
insgesamt zehnten Dreier in der laufenden Saison, der letztlich
schwerer erkämpft war als es das Ergebnis vermuten lässt. „Wenn man zwei
Spiele in Folge verloren hat, nagt das auch am Selbstbewusstsein. Das
hat man heute phasenweise gesehen“, meinte Lahm. „Wir haben über eine
kämpferische Leistung ins Spiel gefunden und verdient gewonnen.“
Auch Trainer Jupp Heynckes zeigte sich „erleichtert“, wie er nach dem
Schlusspfiff in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena
einräumte. „Für den FC Bayern ist es von größter Bedeutung, oben an der
Tabellenspitze zu sein“, erklärte der Fußballlehrer, der sich vor allem
über die „sehr positive Reaktion“ seiner Mannschaft gegenüber dem
„Ausrutscher“ in der Vorwoche in Mainz freute. „Sie hat sich heute in
einem ganz anderen Gewand präsentiert als gegen Mainz.“
Zwar habe sein Team vor allem in der ersten Halbzeit „nicht so
schwungvoll und attraktiv gespielt wie in der Champions League oder in
der Liga im ersten Saisondrittel, aber Mainz hat uns auch Nerven
gekostet“, erklärte Heynckes. Dennoch habe sein Team organisierter als
in der Vorwoche agiert, „wir hatten wieder eine bessere Balance zwischen
Offensive und Defensive. Alle haben wieder nach hinten gearbeitet. Die
Mannschaft hat gezeigt, dass sie intakt ist.“
„Heute haben wir gewonnen, weil wir vielleicht den Schritt mehr gemacht
haben als in Mainz“, sagte Thomas Müller und sprach von einem „guten
Spieltag für den FC Bayern.“ Abwehrspieler Daniel van Buyten meinte:
„Wir waren viel aggressiver als gegen Mainz und sind bestimmt viel mehr
gelaufen.“ Und Lahm ergänzte: „Wir waren von Anfang an kämpferisch und
aggressiv und hatten wieder eine bessere Ordnung. Das war heute sehr
positiv im Gegensatz zum letzten Spiel.“
Nach einer im Vergleich zu den letzten Heimspielen verhaltenen ersten
Halbzeit war es Franck Ribéry, der in der 22. Minute für den
Führungstreffer erzielte. Kurz nach dem Seitenwechsel gelang dem
eingewechselten Markus Rosenberg (52.) zwar der Ausgleich, doch die
Münchner zeigten sich von diesem „kleinen Wackler“ (Heynckes) nur
kurzfristig beeindruckt. Mit drei Treffern innerhalb von 14 Minuten
sorgten Ribéry (77.) und Rückkehrer Arjen Robben (69./83.) mit zwei
verwandelten Foulelfmetern für klare Verhältnisse.